↗ Netzkompass

Das Wichtigste verständlich erklärt

Mehr Durchblick.
Weniger Rätsel.

Technische Begriffe sollen Ihnen helfen, Entscheidungen zu treffen. Hier finden Sie die Grundlagen und konkrete nächste Schritte.

Konten: Passwort, zweiter Faktor oder Passkey?

Ein einzigartiges Passwort verhindert, dass ein Datenleck bei einem Dienst automatisch andere Konten gefährdet. Ein Passwortmanager hilft beim Erstellen und Verwalten. Schützen Sie auch dessen Zugang besonders sorgfältig.

Bei einer Zwei-Faktor-Anmeldung benötigen Sie neben dem Passwort einen weiteren Nachweis, etwa einen Sicherheitsschlüssel oder einen Code aus einer App. Geben Sie Codes niemals an Personen weiter, die Sie unerwartet kontaktieren. SMS-Codes können ein zusätzlicher Schutz sein, haben aber eigene Risiken.

Passkeys verwenden kryptografische Schlüssel statt eines gemeinsam bekannten Passworts. Sie sind an den jeweiligen Dienst gebunden und erschweren Phishing. Ob sie zwischen Geräten synchronisiert werden oder auf einem Gerät bleiben, hängt vom verwendeten System ab. Prüfen Sie deshalb auch die Wiederherstellungsmöglichkeiten.

Warum Updates wichtig sind

Software enthält Fehler. Sicherheitsupdates schließen bekannte Schwachstellen; Funktionsupdates können zusätzlich Bedienung oder Verhalten verändern. Aktivieren Sie automatische Sicherheitsupdates, soweit möglich, und führen Sie erforderliche Neustarts durch.

Installieren Sie Apps aus vertrauenswürdigen Quellen. Eine angebliche Update-Datei in einer unerwarteten Nachricht ist kein guter Ausgangspunkt. Öffnen Sie stattdessen die Update-Funktion des Geräts oder die bekannte Website des Herstellers. Geräte ohne weitere Sicherheitsupdates sollten Sie ersetzen oder nur für klar begrenzte, weniger sensible Aufgaben einsetzen.

Phishing: Prüfen statt raten

Gefälschte Nachrichten können sprachlich fehlerfrei sein und echte Namen oder Logos verwenden. Weder ein bekanntes Absenderbild noch ein überzeugender Text beweist die Echtheit.

  1. Halten Sie bei unerwarteter Dringlichkeit kurz inne.
  2. Öffnen Sie den Dienst über die bekannte App oder eine selbst eingegebene Adresse.
  3. Prüfen Sie die konkrete Aufforderung über einen unabhängigen Kontaktweg.
  4. Geben Sie keine Passwörter oder Freigabecodes auf einer über die Nachricht geöffneten Seite ein.

Auch ein Anruf kann gefälscht sein. Beenden Sie ein verdächtiges Gespräch und rufen Sie über eine unabhängig ermittelte Nummer zurück.

HTTPS, DNS und das WLAN

DNS übersetzt einen Domainnamen in eine Netzwerkadresse. HTTPS verschlüsselt die Verbindung zur Website und prüft anhand eines Zertifikats deren Domain. Ein Zertifikat bestätigt keine inhaltliche Seriosität: Auch eine betrügerische Website kann HTTPS verwenden.

Achten Sie auf die genaue Adresse. Ähnlich geschriebene Namen oder zusätzliche Wörter können täuschen. Umgehen Sie Zertifikatswarnungen nicht. Eine öffentlich zugängliche WLAN-Verbindung macht eine korrekte HTTPS-Verbindung nicht automatisch unverschlüsselt; gefälschte Anmeldeseiten, unsichere Apps und falsch konfigurierte Geräte bleiben dennoch Risiken.

Ein VPN kann bestimmte Verbindungswege schützen oder verändern, ersetzt aber weder sichere Konten noch Updates und macht eine falsche Website nicht vertrauenswürdig.

Sicherungen: Eine Kopie ist nicht immer genug

Sichern Sie wichtige Dateien regelmäßig und halten Sie mindestens eine zusätzliche Kopie getrennt vom normalerweise verwendeten Gerät. Eine ständig angeschlossene Kopie kann von Schadsoftware oder versehentlichem Löschen mitbetroffen sein.

Prüfen Sie gelegentlich, ob sich eine Datei wirklich wiederherstellen lässt. Synchronisierung ist bequem, aber nicht dasselbe wie eine unabhängige Sicherung: Auch Löschungen können synchronisiert werden. Bei sensiblen Daten sind Verschlüsselung und ein sicher aufbewahrter Wiederherstellungsschlüssel wichtig.

Wenn etwas passiert ist

Bewahren Sie Ruhe. Öffnen Sie die echte Website des betroffenen Dienstes über einen bekannten Weg. Ändern Sie kompromittierte Passwörter von einem vertrauenswürdigen Gerät aus, prüfen Sie aktive Sitzungen und Wiederherstellungsdaten und wenden Sie sich an den Anbieter.

Bei verdächtigen Zahlungen kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank über einen bekannten Kontaktweg. Notieren Sie Zeitpunkt und Vorgang, ohne weitere sensible Daten an den mutmaßlichen Absender zu schicken. Bei Verdacht auf Schadsoftware sollte das betroffene Gerät bis zur Klärung keine weiteren sensiblen Anmeldungen durchführen.

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